Studie erklärt die Illusion, mediale Kräfte zu besitzen

Ben Radford beschreibt in einem auf der Discovery-Website veröffentlichten Artikel, wie manche Menschen zu der Überzeugung gelangen, mediale Kräfte zu besitzen.

Forscher an der Universität Melbourne unter der Leitung von Dr. Piers Howe, führten mit Testpersonen folgendes Experiment durch:

Es wurden dem Probanden zwei Bilder präsentiert, die jeweils dasselbe Gesicht einer Person zeigten. In manchen Fällen waren die Bilder zu 100% identisch, in anderen Fällen wurden an einem Bild kleine, aber doch signifikante Veränderungen vorgenommen. Das konnte unter anderem z.B. eine Brille oder eine andere Frisur sein.

Der Proband hatte jeweils 1,5 Sekunden Zeit, jedes Bild zu betrachten, mit einer Pause von 1 Sekunde zwischen den Bildern. Danach sollte der Proband angeben, ob er eine Veränderung gesehen hat und diese Veränderung dann aus einer Liste von Möglichkeiten nennen.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sie direkte, verhaltenswissenschaftliche Belege dafür erhielten, dass Beobachter regelmäßig Veränderungen auch dann erkennen, selbst wenn sie nicht in der Lage sind, die Art der Veränderung nennen zu können. Sie fanden auch heraus, dass dieses Phänomen nicht auf Bilder von Gesichtern beschränkt ist.

Obwohl das Phänomen der sogenannten Veränderungsblindheit schon lange bekannt ist, so ist diese Studie laut Dr. Howe die erste wissenschaftliche Studie darüber, dass Menschen zuverlässig Veränderungen »erspüren« können, selbst wenn sie die Art der Veränderung nicht erkennen.

Menschen nehmen unterbewusst visuelle Anhaltspunkte über ihre Umgebung wahr und integrieren diese in ihr Wissen, ohne dieses bewusst zu realisieren. Selbst wenn man nur ein paar Worte mit jemandem wechselt, kann sich die Illusion einstellen mehr über die Person zu wissen, als man objektiv wissen kann. Wie sich jemand anzieht, die Körperhaltung, die Sprechweise, usw. lässt uns Eindrücke sammeln über den möglichen sozialen Status, die Erziehung, die Ausbildung, Gesundheitszustand etc.

Diese Informationen müssen nicht korrekt sein, können es aber aufgrund unserer Erfahrungen, Daumenregeln, Logik und Wahrscheinlichkeit durchaus sein.

Dr. Howe spricht davon, dass sich dadurch bei bestimmten Personen der Eindruck verfestigen könnte, dass sie etwas »wissen ohne zu wissen«, und dieses Wissen von außerhalb des eigenen Selbst zu kommen scheint, was wiederum die Annahme verstärken könnte, besondere übersinnliche Fähigkeiten oder spezielle Intuition zu besitzen.

Radford sagt in seinem Artikel auch, dass die Studie die Existenz von medialen- bzw. übersinnlichen Fähigkeiten weder widerlegt, noch dazu entworfen war, diese zu widerlegen. Aber sie liefert eine plausible Erklärung dafür, warum Menschen Veränderungen erspüren können, deren Wahrnehmung sie sich nicht bewusst sind.

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