„Nebenwirkung“ beim Chiropraktiker – Baby den Halswirbel gebrochen

Über Chiropraktiker hatte ich mich ja bereits einmal ausgelassen. Die Praktik, durch »Einrenken« von Wirbeln und Knochen alle möglichen Krankheiten und Wehwehchen zu heilen, die nichts mit Knochen und Wirbeln zu tun haben. Etwas, dass unseren Erkenntnissen zur Anatomie zuwiderläuft.
Manche Chiropraktiker geben an, dass auch Gastritis, Blasenentzündungen, Verdauungsstörungen oder Herzbeschwerden und Bluthochdruck durch Fehlstellungen der Wirbelsäule ausgelöst werden.
Man kann angeblich bereits Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern große Vorteile durch das »Einrenken« verschaffen, wird doch laut Werbung mancher Chiropraktiker bereits durch die Geburt die Wirbelsäule gestaucht und Nerven blockiert.

Und damit klein Erna dann keine Wachstumsschmerzen bekommt, muss sie sich halt beim Knochenknacker einrenken lassen.

Aus rechtlichen Gründen möchte ich die Werbeangebote hier nicht verlinken. Sie sind aber bei den Angeboten auf Chiropraktikerseiten zu finden.

Jetzt hat ein Chiropraktiker in Australien einem Baby den Halswirbel gebrochen:

Melbourne paediatrician Chris Pappas cared for a four-month-old baby last year after one of her vertebrae was fractured during a chiropractic treatment for torticollis – an abnormal neck position that is usually harmless. He said the infant was lucky to make a full recovery.
„Another few millimetres and there would have been a devastating spinal cord injury and the baby would have either died or had severe neurological impairment with quadriplegia,“ he said.

Der Chiropraktiker hat also ein vier Monate altes Baby auf Schiefhals behandelt und ihm dabei einen Wirbel gebrochen. Glücklicherweise ist der Chiropraktiker millimeterbreit an der Verursachung bleibender Schäden vorbeigeschrammt.

Es sind bereits öfter Stimmen laut geworden, die Chiropraktikern die Behandlung von Neugeborenen und Kleinkindern untersagen wollen, gibt es doch keine wissenschaftliche Basis für derlei Behandlungen in dieser Altersgruppe.

Man kann nur immer wieder sagen, dass man sich und seine Kinder besser bei einem studierten Mediziner behandeln lassen sollte, anstatt sich auf Menschen mit Lehrgängen in unregulierten Heilpraktikerausbildungen zu verlassen.

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