Impfungen – Oder: Denkt doch auch mal an die Kinder

Das schlimme an Impfgegnern ist zum einen das mangelnde Verständnis für medizinische Zusammenhänge und andererseits ihre Ignoranz der Gesellschaft gegenüber. Die Bewegung der Impfgegner ist so alt wie die Impfung selbst und ihre Motivation hat sich nicht sonderlich verändert. Abgesehen davon dass man heute Impfgegner findet, die die Ablehnung der Impfung damit begründen, dass den Impfstoffen Mikrochips zur Gedankenkontrolle beigemischt sind. Die wurden wahlweise von der Regierung, Freimaurern, Echsenmenschen oder „den Juden™“ dort hineingegeben, um die Bevölkerung zu kontrollieren. Diese Fantasien gab es zu Zeiten Edward Jenners noch nicht. Oder zumindest nicht in der Form.
Wer sich als erwachsener Mensch nicht impfen lassen möchte, kann das selbstverständlich frei entscheiden, er muss sich nur darüber im Klaren sein, dass er damit nicht nur eine Gefahr für sich, sondern auch für die Allgemeinheit darstellt, da geimpfte Menschen für die nicht geimpften (weil sie zu jung oder zu krank sind um geimpft zu werden) eine Art „Brandmauer“ gegen bestimmte Infektionskrankheiten darstellen. Stichwort „Herdenimmunität„.

Unglücklicherweise können die Kinder solcher Eltern nicht für sich selbst sprechen und sind den Fehlentscheidungen Ihrer Eltern voll ausgeliefert.

1999 erkrankten mehrere Kinder in Bad Salzuflen an der immer tödlich verlaufenden Subakuten Sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE), die als Spätfolge einer Masernerkrankung auftreten kann. Angesteckt haben sich die Kinder im Wartezimmer eines Kinderarztes bei einem 11-jährigen Jungen, dessen Eltern nicht an Impfungen glauben und der erst einen Tag später die Symptome einer Masernerkrankung zeigte. Durch diesen Jungen zogen sich damals 6 Kinder, darunter 3 Säuglinge eine Masernerkrankung zu, von denen zwei später mit SSPE diagnostiziert wurden und zu Vollpflegefällen mit verkürzter Lebenserwartung wurden.

In Deutschland wurde die Schluckimpfung gegen Polio (Kinderlähmung) Anfang der 60er Jahre eingeführt. 1961 erkrankten ca. 4700 Kinder an Polio, 1965 waren es bereits weniger als 50. Danach hat es in Deutschland keine Häufung von Polio mehr gegeben. Ähnlich erfolgreich war auch die Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae (Typ b), das schwere Hirnhautentzündungen bei Säuglingen und Kleinkindern verursachen kann. In der ehemaligen DDR, wo die Infektionszahlen sehr genau registriert wurden, traten in den Jahren vor der Wiedervereinigung jeweils etwa 100 bis 120 solcher Hirnhautentzündungen auf. Als 1990 die Haemophilus-Impfung in Deutschland eingeführt wurde, dezimierte sich die jährliche Fallzahl in den neuen Bundesländern rasch auf weniger als zehn.

Die Gegnerschaft zieht in Feld
Immer wieder neu von Impfgegnern ins Feld geführt werden auch die Zusatzstoffe in Impflösungen, insbesondere der Konservierungsstoff Thiomersal, welcher im Körper zu Ethylquecksilber abgebaut wird und eine Halbwertzeit von wenigen Tagen hat, bis es vollkommen ausgeschieden wurde. Es wird oft mit dem metallischen Quecksilber aus Thermometern verwechselt, welches beim Einatmen hoch toxisch-, über den Verdauungstrakt aufgenommen aber weitestgehend ungefährlich ist. Thiomersal kommt ebenfalls in vielen Kosmetika, Augen-, Nasen- und Ohrentopfen, Tätowierfarbe sowie Kontaktlinsenflüssigkeiten vor, wird aber von Verschwörungtheoretikern und Impfgegnern gerne zum „hochgiftigen Nervengift“ aufgeblasen, obwohl dafür bei der in Impfstoffen, Medizinprodukten und Kosmetika vorliegenden Konzentration keine naturwissenschaftlich fundierte Grundlage existiert. Es klingt für eine Panikmache aber wirklich gut.

Auch wird praktisch immer unterschlagen, dass Thiomersal seit einiger Zeit in Humanimpfstoffen nur noch in Spuren aus dem Herstellungsprozess vorkommt und nicht mehr zugesetzt wird, außer es handelt sich um Sammelbehälter für Impfstoffe wie z.B. beim Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix.

Warum gibt es Impfgegner, die keine Fisch-, Muschel-, Krabben oder Obstsaftgegner sind?
Durch eine Impfung mit thiomersalhaltiger Lösung (Pandemrix. Andere Impfstoffe enthalten kein oder kaum Thiomersal) wird EINMALIG ca. 12,4 Mikrogramm dieser Quecksilberverbindung aufgenommen und einige Tage später ausgeschieden.

Das wirklich für den Körper giftige Methylquecksilber wird vom durchschnittlichen Mitteleuropäer allein durch die Nahrung in Größenordnungen von 96 Mikrogramm PRO WOCHE aufgenommen.
Die Metyhlquecksilbergegner halten sich aber kurioserweise in Grenzen und erstellen nicht Webseite um Webseite mit der Warnung vor Muscheln, Fisch, Krabben, Geflügel, Zitrusfrüchten, Obstsäften oder Pilzen.

Handelt es sich um Spuren von weitestgehend in medizinischer Konzentration ungefährlichem Ethylquecksilber in Impfstoffen, laufen die Wissenschafts-Analphabeten, Realitätsverweigerer und Weltuntergangspropheten plötzlich Amok.

Es stimmt, dass keine Impfung einen 100-prozentigen Schutz gegen eine Erkrankung bietet, genau so, wie kein Medikament bei sämtlichen Patienten wirkt. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit sinkt allerdings signifikant. Statistisch betrachtet würden bei einer Masernepidemie in einer Grundschule 97 bis 98 Prozent der nicht geimpften Kinder erkranken.
Von diesen erkrankten Kindern wiederum werden ca. 20-30% Komplikationen der Erkrankung erfahren und zusätzlich entweder unter Durchfällen, Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen, Hirn- und Hirnhautentzündungen, Masernkrupp oder eben SSPE leiden.

Wie es Dr. House einmal ausdrückte:

„Wissen sie, was sich außer ungiftigem Kinderspielzeug noch gut verkauft? Sehr kleine Babysärge. Die kriegt man in Froschgrün, Feuerwehrrot, wirklich! Die Antikörper in der Muttermilch schützen das Kind nur für sechs Monate, weswegen die Großunternehmen denken, sie könnten sie über den Tisch ziehen. Die gehen davon aus, dass sie jeden Preis bezahlen, um ihr Kind am Leben zu erhalten. Wollen sie was ändern? Unternehmen sie was. Wenn ein paar Hundert Eltern ihr Kind lieber sterben lassen würden, anstatt ein paar Mäuse für eine Impfung auszugeben, würden die Preise bestimmt fallen, glauben sie mir!“

Auch wenn hier in Deutschland die Schutzimpfung in fast allen Fällen von den Kassen getragen wird, ist darin viel Wahrheit enthalten.
Sowohl die Wahrheit, dass manche Eltern jeden Preis bezahlen würden, damit es ihren Kindern gut geht, leider aber auch die Wahrheit, dass manche Eltern ihre Kinder lieber sterben lassen, als echte medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Letzteres aber wohl eher aus Unwissenheit, was es nicht minder tragisch macht.

Warum sollte man sein Kind einer Gefahr aussetzen, wenn man nicht muss?
Eltern installieren Steckdosenschutzkappen, Treppengitter, Ofenschutzgitter, Backofentürsperren, Eckenschutzkappen an Tischen und Möbeln, verstecken Scheren, Messer, Alkohol, Tabakwaren, Putzmittel und Medikamente und schnallen ihr Kind in einen Kindersitz.

Aber Impfungen, die jährlich rund 9 Millionen Menschen vor Tod und Komplikationen bewahren sind dann plötzlich gefährlich.

Ich kann nur hoffen, dass Eltern wirklich bereit sind, alles für die Gesundheit ihres Kindes zu tun und sich aus mehreren Quellen informieren. Den 9 Millionen geretteten Leben jedes Jahr und unzähligen unabhängigen Studien zur Wirksamkeit auf Seiten der Impfbefürworter stehen unnötiges Leiden, Fehlinformationen, falsche Schlüsse, unhaltbare Behauptungen und unnötige Schmerzen für Kinder auf Seiten der Impfgegner gegenüber.

Wer kein Problem damit hat sein Kind unnötig leiden zu lassen, obwohl es nicht leiden müsste und der obendrein bereit ist, andere Kinder in Gefahr zu bringen, weil er sein Kind nicht impfen lässt, der täte besser daran, sich in der nächsten Klinik sterilisieren zu lassen.

Denn derjenige ist schlichtweg eine Gefahr für die Allgemeinheit und obendrein zu blöde um ein Kind aufzuziehen.


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Polioimpfstoff
http://de.wikipedia.org/wiki/Poliomyelitis#Impfung
http://de.wikipedia.org/wiki/Masern
http://www.sueddeutsche.de/wissen/schweinegrippe-furcht-vor-quecksilber-im-impfstoff-1.130295
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/29978
http://psiram.com/ge/index.php/Thiomersal

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4 Gedanken zu “Impfungen – Oder: Denkt doch auch mal an die Kinder

    • Der Punkt ist, dass es sich dabei eben nicht um »genau das Gift« handelt, gegen das der Körper geschützt werden soll.

      Die bei der Impfung in den Körper eingebrachten Krankheitserreger sind in der Form im Grunde keine mehr. Sie sind entweder tot, »fragmentiert« (also nur als kleiner Teil des eigentlichen Erregers vorhanden) oder abgeschwächt. Es wird damit keine Krankheit ausgelöst, sondern nur eine Immunantwort des Körpers provoziert, der daraufhin Antikörper bildet, so dass das Immunsystem bei Konfrontation mit echten, lebenden Krankheitserregern sofort richtig reagieren kann und die Krankheit im besten Falle erst gar nicht zum Ausbruch kommt.

      Daher sind die sog. »Masernpartys« so gefährlich, bei denen man Kinder einfach einer »natürlichen« Ansteckung durch ein bereits erkranktes Kind aussetzt. Hier wird der Kinderkörper mit einer echten Masernerkrankung belastet, die im schlimmsten Fall zu Komplikationen und gar zum Tod führen könnte.

  1. Guter Artikel, hat mich zum nachdenken gebracht. Da kann man wirklich nur hoffen, dass das Wohlergehen des eigenen Kindes immer im Vordergrund steht.

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