Zehn Indizien für Quacksalberei

Woran erkennt man eigentlich Quacksalberei?

Die meisten von uns haben weder eine medizinische- oder ähnlich gelagerte Ausbildung, um sicher zu erkennen, wann man uns mit Schlangenöl und Zauberkraut hinters Licht führen will.
Wie können wir beurteilen, ob jemand wirklich eine wirksame Medizin anbietet, oder nur auf unser Geld aus ist?

Der amerikanische Psychiater Dr. Stephen Barrett betreibt die Informationsseite Quackwatch.org, auf der er der Quacksalberei den Kampf ansagt und eine Menge Informationen zum Thema anbietet. Er hat sich viele Gedanken darüber gemacht, welche Indikatoren Quacksalberei aufweist und wie wir Heilsversprechen über Wundermittel beurteilen können.

Auch die Berliner Zeitschrift arznei-telegramm hat bereits eine solche Liste veröffentlicht.

Ich möchte hier die kurze Version von arznei-telegramm wiedergeben. Eine komplette Zusammenfassung beider Listen, inklusive Ergänzungen, können sie auf Esowatch.com abrufen.

Hier nun die Version von arznei-telegramm:
Verdacht auf Scharlatanerie bzw. Quacksalberei wird umso wahrscheinlicher, je mehr der folgenden Beschreibungen zutreffen. Die Methode bzw. ein Produkt

  • wird durch Hinweis auf exotische Herkunft (Regenwald, Himalaya u.a.) interessant gemacht,
  • soll Heilung bringen, wenn Schulmedizin in auswegloser Situation versagt,
  • soll durch umfangreiche Erfahrungen »untermauert« sein, ohne dass nachvollziehbare Daten aus kontrollierten klinischen Studien zugänglich gemacht werden,
  • soll gegen eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen, die nichts miteinander zu tun haben, universell wirksam sein,
  • soll regelmäßig zum Erfolg führen, wobei Misserfolge der Schulmedizin angelastet werden,
  • ist an einzelne Personen beziehungsweise Institutionen gebunden, die die Therapie entwickelt haben und daran verdienen (extrem hohe Preise),
  • soll keine Nebenwirkungen haben oder die Nebenwirkung von Verfahren der Schulmedizin reduzieren oder aufheben,
  • Ist kompliziert (strenge Diätvorschriften, komplizierte Anwendungsrichtlinien u.a.), sodass Misserfolge auf Anwendungsfehler zurückgeführt werden,
  • soll schon seit Jahren/Jahrzehnten verwendet werden, ohne offiziell anerkannt zu sein,
  • ist den Behauptungen zufolge so gut, dass unverständlich bleibt, warum keine Zulassung als Arzneimittel existiert.

Bitte informieren sie sich umfassend, bevor sie einem Produkt oder Händler ihr Vertrauen und Geld schenken.
Die Alternativmedizinszene quillt über vor Geschäftemachern und Scharlatanen, die sie im besten Fall nur Geld-, im schlechtesten Falle aber ihre Gesundheit kosten.

Advertisements