Power Bracelet-Hersteller vor dem Bankrott

Power Balance bracelet (Quelle: Wikipedia)

Power Balance bracelet (Quelle: Wikipedia)

Die berühmten kleinen Armbänder mit dem Hologramm-Inlet, von denen die Hersteller versprechen, sie würden die Stärke, Ausgeglichenheit und Flexibilität des Trägers unterstützen, wird es wohl nicht mehr lange geben. Nachdem die Gründer der Firma, die Brüder Rodarmel, bereits im Januar dieses Jahres mit Ärger bezüglich ihrer Zaubergummis konfrontiert waren, droht ihnen nun jetzt endgültig das aus.

Nach einer Sammelklage durch verprellte Kunden, mussten die Firmengründer bereits eine Erklärung abgeben, dass die Silikonbänder mit dem kleinen Polyesterfolien-Hologramm – die in den USA für um die 30 Dollar gehandelt werden – nicht die „natürlichen Energien des Körpers verstärken“, auch sonst über keine der angedichteten Zauberfertigkeiten verfügen und die beworbenen Fähigkeiten der Armbänder auf keinerlei wissenschaftlicher Grundlage basieren. Sie verleihen keine übermenschlichen Kräfte sondern verschlanken allenfalls die Geldbörse des Käufers.

Kurz: Die Hersteller hätten gegenüber dem Gericht – und somit auch ihren betrogenen Kunden – nachweisen müssen, dass ihre Armbänder über magische Eigenschaften verfügen, über die andere Gummibänder nicht verfügen.
Dieser Beweis konnte weder durch Kundenaussage noch durch wissenschaftliche Überprüfung erbracht werden, womit der Prozess mehr oder weniger verloren war.
Neben der Erklärung der Firmenchefs, dass ihre Armbänder nicht mehr positive Auswirkungen auf den Körper des Trägers haben als ganz normale Gummibänder und ihre Behauptungen jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehren, boten sie denjenigen Kunden, die sich betrogen fühlten, eine Entschuldigung und eine Rückerstattung des Kaufpreises an.

Nachdem im September dann der gerichtliche Segen in Form eines Vergleichs über die Power Bracelet-Hersteller „Powerbalance“ ausgeschüttet wurde und die sich betrogen fühlenden Kläger 57 Millionen US-Dollar zugesprochen bekamen, beantragte Powerbalance am letzten Freitag Konkurs.
Nach eigenen Aussagen, unter anderem auf dem Powerbalance-Twitterkanal, will man weiter Silikonarmbänder produzieren.

Dann aber wohl in Zukunft ohne unhaltbare Versprechungen über Zaubereigenschaften durch kosmische oder sonstwie geartete Energiewellenverbiegungen oder wie auch immer die Hersteller versucht haben, den Kunden ihre Scharlatanerie schmackhaft zu machen.

Im Zuge der verlorenen Klage haben alle Powerbalance-Kunden ein Rückgaberecht ihrer Armbändchen erhalten und können die 30 Dollar inkl. 5 Dollar Versandkosten zurückverlangen.

Früher standen die Schlangenölverkäufer auf dem Marktplatz und priesen ihre unmöglichen Wundermittel an, heute melden sie eine Domain an, sorgen für „Celebrity-Testimonials“ und unkritische Berichterstattung in den Regenbogen-Medien.

Der Vorteil zur heutigen Vorgehensweise ist, dass sie sich nicht mehr ganz so einfach nachts mit ihrem Gaul davonstehlen können, um dem Teeren und Federn zu entgehen. 🙂

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4 Gedanken zu “Power Bracelet-Hersteller vor dem Bankrott

  1. Ich hab ein Band. ’nen Unterschied ist es nicht wirklich geworden aber ein Modisches Statement. Naja ich musste auch nicht 40€ bezahlten lediglich 5€ und die Versandkosten. Da ich ein 35€ Gutschein als Treue Kunde von einem Internetshop bekommen habe. Eben gerade hat auch der DHL-Dienst und mein neues Arband geliefert. Das Hologramm vom alten hat sich halt aufglöst.
    Wie gesagt Wirkung Nein, Modestatement Ja!

    • Allerdings wirken die Placebo-Bands der SkepticBros genau so wie beschrieben, daher ist es schon mal auf keinen Fall ein Fehlkauf. 🙂
      Und ja, dieses WordPress-Theme gefiel mir richtig gut. Schön sauber und aufgeräumt. Mal sehen, ob ich nicht doch noch mal auf Themensuche gehe, sonst hält man uns noch für Zwillinge. 😀

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